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Schwarze Löcher einfach erklärt
Ein Schwarzes Loch ist ein Bereich im Raum, in dem die Schwerkraft so stark ist, dass nicht einmal Licht entkommt. Es gibt sie als Überreste riesiger Sterne und als Giganten in den Zentren der Galaxien, auch in unserer Milchstrasse.
Wie entsteht ein Schwarzes Loch?
Sterne halten sich durch das Feuer in ihrem Inneren im Gleichgewicht. Geht ihr Brennstoff aus, stürzt der Kern zusammen. Bei sehr massereichen Sternen ist die Schwerkraft am Ende so stark, dass der Kern zu einem Schwarzen Loch wird. Solche «stellaren» Schwarzen Löcher haben einige bis einige Dutzend Sonnenmassen.
Ganz anders die Giganten: «Supermassereiche» Schwarze Löcher mit Millionen bis Milliarden Sonnenmassen sitzen im Zentrum fast jeder grösseren Galaxie. Das von M87 wiegt rund 6,5 Milliarden Sonnen.
Der Ereignishorizont: die Grenze ohne Rückkehr
Die Grenze, hinter der nichts mehr zurückkehrt, heisst Ereignishorizont. Ihr Radius hängt nur von der Masse ab: Würde die Sonne zu einem Schwarzen Loch zusammengepresst, wäre er nur etwa 3 km gross, bei der Erde knapp 9 Millimeter. Die Sonne wird allerdings nie ein Schwarzes Loch, sie hat dafür zu wenig Masse.
Das Foto eines Schwarzen Lochs

2019 veröffentlichte das Event Horizon Telescope das erste Bild eines Schwarzen Lochs, in der Galaxie M87. 2022 folgte das Schwarze Loch im Zentrum der Milchstrasse: Sagittarius A*. Das Bild zeigt nicht das Loch selbst, sondern den dunklen Schatten in einem Ring aus leuchtendem Gas. Dafür wurden Radioteleskope rund um die Erde zu einem Teleskop zusammengeschaltet.
- Masse
- 4,3 Millionen Sonnen
- Entfernung
- 26 000 Lichtjahre
- Grösse (Ereignishorizont)
- etwa 25 Millionen km – kleiner als die Merkurbahn
Mehr über Sagittarius A* im Steckbrief
Wie man Schwarze Löcher findet
- Sterne verraten sie: Der Stern S2 umkreist Sagittarius A* in nur 16 Jahren. Aus seiner Bahn lässt sich die Masse berechnen. Dafür gab es 2020 den Nobelpreis für Reinhard Genzel und Andrea Ghez.
- Gravitationswellen: Am 14. September 2015 mass das Observatorium LIGO erstmals Gravitationswellen. Sie stammten von zwei Schwarzen Löchern von rund 29 und 36 Sonnenmassen, die vor etwa 1,3 Milliarden Jahren verschmolzen.
- Leuchtendes Gas: Fällt Materie in ein Schwarzes Loch, heizt sie sich so stark auf, dass sie im Röntgen- und Radiolicht strahlt.
Häufige Fragen zu Schwarzen Löchern
Was ist ein Schwarzes Loch?
Ein Schwarzes Loch ist ein Bereich im Raum, in dem die Schwerkraft so stark ist, dass nichts entkommen kann, nicht einmal Licht. Man sieht es nicht direkt, sondern an seiner Wirkung auf Sterne und Gas.
Wie entsteht ein Schwarzes Loch?
Ein sehr massereicher Stern stürzt am Ende seines Lebens in sich zusammen und wird zu einem Schwarzen Loch. Die riesigen Schwarzen Löcher in den Zentren der Galaxien sind über Milliarden Jahre gewachsen.
Gibt es ein Schwarzes Loch in unserer Milchstrasse?
Ja. Im Zentrum der Milchstrasse sitzt Sagittarius A* mit rund 4,3 Millionen Sonnenmassen, etwa 26 000 Lichtjahre von uns entfernt.
Wurde ein Schwarzes Loch schon fotografiert?
Ja. Das Event Horizon Telescope veröffentlichte 2019 das erste Bild eines Schwarzen Lochs (in der Galaxie M87) und 2022 das von Sagittarius A*. Zu sehen ist leuchtendes Gas rund um den dunklen Schatten.
Wird die Sonne ein Schwarzes Loch?
Nein. Die Sonne hat dafür zu wenig Masse. Sie wird in einigen Milliarden Jahren zu einem Weissen Zwerg.
Saugt ein Schwarzes Loch alles auf?
Nein. Aus der Ferne wirkt ein Schwarzes Loch wie jeder andere Körper gleicher Masse. Ersetzte man die Sonne durch ein Schwarzes Loch derselben Masse, kreisten die Planeten unverändert weiter.
Weiterlesen
- Sagittarius A*: das Schwarze Loch im Zentrum der Milchstrasse
- Die Milchstrasse
- Das Weltall in fünf Stufen
- Lexikon der Astronomie
▶ Sagittarius A* im 3D-Modell ansehen
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